Abendliche Stadtführung am 16.03.2018 mit Nachtwächter Franz Gutmann

Einige aktive Mitglieder des Vereins „Freunde des Mittelalters Aichach e.V.“ und eine Abordnung aus Altomünster trafen sich trotz der winterlichen Temperaturen am Freitag-Abend zu einer gewandeten Stadtführung mit Nachtwächter Franz Gutmann durch das abendliche Aichach. Dabei versetzten Stundenrufe des Nachtwächters inmitten der gewandeten Teilnehmer einige Aichacher Nachtbummler auf den Straßen und in den Kneipen in ungläubiges Staunen, da wohl außerhalb der diesjährigen Markttage noch niemand mit „Mittelalterlichen“ gerechnet haben dürfte.

Mit allerlei Geschichten und Anekdoten aus früheren Zeiten brachte Nachtwächter Gutmann den Gästen anhand eines Rundgangs entlang der ehemaligen Stadtmauer und durch das Herz der Paarstadt deren mittelalterliche Geschichte näher. Auf besonderes Interesse stießen das älteste erhaltende Gebäude der Stadt von 1642, die Stadttore und die geschichtlichen Straßen- und Gassenbezeichnungen wie Badgässchen, Botengasse, Bruderhof oder Essiggasse, in letzterer wurde früher übrigens der Essig aus Weißbier gewonnen, nicht aus Wein. Zudem erfuhren die „Bürgersleut“ einige Hintergründe zu wichtigen Personen aus dem früheren Stadtleben und deren Wirken sowie die Tatsache, dass 22 Aichacher Brauereien damals auch die Herzogstadt München belieferten.

Das der Stadtplatz heute ca. ein bis zwei Meter höher liegt als früher, dürfte ebenso kaum mehr bekannt sein- denn führten zur Spitalkirche damals einige Stufen hinauf – geht man heute ins Kirchenschiff einige Stufen hinunter – der Grund hierfür ist leicht erklärt: Unrat und Müll wurden früher einfach aus dem Haus geworfen, mit der Zeit eingeebnet und die Hauptplätze und Straßen immer wieder überpflastert…dies führte zum allmählichen Anstieg der Straßenhöhe, somit waren einige heute erhaltenen Kellerfenster historischer Gebäude damals noch im Erdgeschoß gelegen.

Ein besonderes Interesse an der Arbeit des Nachtwächters zeigte die Abordnung aus Altomünster. Dort sind derzeit Bestrebungen im Gange, ebenfalls die  „Nachtwächterei“ als Orts- bzw. Stadtführer wieder zu beleben.

Nach dem doch frischen Rundgang wurden konnten sich die Teilnehmer um Vorstand Franz Achter in geselliger Runde beim Gasthof Specht aufwärmen, die Eindrücke Revue passieren lassen und noch manchem Schwanke lauschen.

Bildanlage (Franz Achter):  Die Gruppe um Nachtwächter Gutmann am „Unteren Tor“

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