Brettchenweben

Grundsätzliches

 

Brettchenweben ist eine Webtechnik, mit der lange Zeit gemusterte Bänder und Zierborten hergestellt wurden.

Römer und Kelten kannten bereits diese Webtechnik. Die ältesten deutschen Funde stammen aus der Zeit um 600 v. Chr.

Im späten Mittelalter verlieren sich allmählich die Kenntnisse und in der Neuzeit ist die Technik verschwunden. Nur in einzelnen Regionen von Süd-Ost-Europa ist sie für besondere Trachten weiter gepflegt worden.

 

Zur Technik

 

Für diese spezielle Webtechnik wird auch die Bezeichnung „Plättchenweberei“ verwendet.

 

Günstig ist ein Webstuhl, aber man kann das Brettchenweben auch durchführen, indem man die Kettfäden am einen Ende an einem Haken und am anderen Ende an der Taille (z.B. am Gürtel) befestigt.

 

Wichtig sind die sogenannten „Brettchen“ oder „Plättchen“. Als Material für die Brettchen wurden früher getrocknete Tierhäute, flache Knochenstückchen, später Pergament, Elfenbein, auch Bronzeblech oder dünnes Holz verwendet.

Die Brettchen haben immer eine eckige Form und in jeder der 3, 4, 5 oder 6 Ecken befindet sich ein Loch, durch das die Kettfäden gezogen werden. Im Laufe der Zeit hat sich das Vier-Loch-Brettchen durchgesetzt, das in dieser Form heute wieder in Gebrauch ist.

Mehrere gebündelte Brettchen mit Löchern bilden die Führung für die Kettfäden. Durch das Drehen dieser Brettchen um 90 Grad entsteht die sog. Schnurbanddrehung.

 

Für die Kettfäden verwendet man am besten möglichst glattes, gleichstarkes und nicht elastisches Garn, z.B. dünnes Häkelgarn.

Ebenso der Schussfaden, den man auf einem Schiffchen aufwickelt.

 

Durch verschieden farbige Kettfäden, durch verschiedenen Einzug der Kettfäden in die Brettchen und durch die Anzahl der Umdrehungen entstehen die Muster der Schmuckbänder.

Diese Muster werden vorher aufgezeichnet in sog. „Schärbriefe“.

 

Bei den „Freunden des Mittelalters Aichach“ gibt es „Weberinnen“, die auf versch. Festen und Märkten ihre Arbeiten präsentieren und vorführen. Es besteht dort auch die Möglichkeit, Schmuckbänder und Gürtel zu erwerben oder auf Wunsch zu bestellen.#

 


 

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