Nadelbinden

Grundsätzliches

Nadelgebundene Textilfunde hat man bereits aus der Wikinger-Zeit in Nord-Europa gefunden, ebenso geringelte Socken aus dem koptischen Ägypten.

Bei uns war die Technik bei den Frauen als Handarbeit sehr beliebt bis ins späte Mittelalter. Dann begann sie auszusterben, da es durch das schnellere Stricken aus der arabischen Welt verdrängt wurde. Nur in Skandinavien hat die spezielle Art, elastische Textilien herzustellen, überlebt.

Daher auch der Name „Nadelbinden“. Er ist eine „eingedeutschte“ Version des schwedischen Wortes „Nalbindning“.

Zur Technik

 

Man benötigt nur eine geeignete Nadel und Wollgarn.

Es empfiehlt sich für Anfänger eine möglichst dicke, echte Schurwolle. Fortgeschrittene können selbst gesponnene Wolle verwenden.

 

Die übliche Nadelbinde-Nadel ist deutlich größer als eine normale Nähnadel. Sie ist je nach Belieben 5 bis 10 cm lang, ca. 1 cm breit und relativ flach. Das Nadelöhr muss so groß sein, dass man auch dickere oder mehrfach gelegte Wolle einfädeln kann. Die Spitze ist abgestumpft, damit man nur in die Schlinge und nicht versehentlich das Garn durchsticht.

Traditionell werden die Nadeln aus Holz oder Knochen, aber auch aus Geweih oder Metall, hergestellt.

 

Mit Hilfe der Nadel wird der Faden immer wieder zu einer Schlinge gezogen. Je nach Stichvariante werden dabei verschiedene vorhergehende Schlingen mit durchstochen.

Der ideale Anfänger-Stich nennt sich „Oslo-Stich“, da ein archäologischer Fund dieser Technik zum ersten Mal in Oslo nachgewiesen werden konnte.

Mit ihm lernt man die wichtigsten Grundprinzipien der Technik, auf denen dann viele komplexere Stiche aufgebaut werden können.

Bei den „Freunden des Mittelalters Aichach“ gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich immer wieder trifft und Handarbeiten in der Nadelbinde-Technik fertigt, z.B. Stulpen für Handgelenke und Waden, Mützen, Koller u.a.

Bei verschiedenen Festen und Märkten präsentieren wir unsere Arbeit und die Produkte. Interessenten können auch Gegenstände erwerben oder bestellen.

Wer in unserem Kreis gern mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Termine und Treffpunkt kann beim 1. Vorstand erfragt werden.

 

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